Die wichtigsten Glücksbringer und Glückshemmnisse

Viele Faktoren bestimmen unsere Zufriedenheit, und natürlich tun sie das unterschiedlich stark. Die Effektstärke zeigt an, wie stark sich der jeweilige Faktor im Durchschnitt auf die subjektive Lebenszufriedenheit auswirkt. Das Plus kennzeichnet die Glücksbringer, das Minus die Glückshemmnisse. Blicken wir zunächst auf die Faktoren, die einen positiven Einfluss auf die Zufriedenheit besitzen.

Die Glücksbringer

Als dominante Variable hat sich hier das subjektive Gesundheitsempfinden herausgestellt: Wer die eigene Gesundheit als sehr gut einstuft, ist demnach um mehr als 0,7 Punkte zufriedener mit dem eigenen Leben als bei einem lediglich zufriedenstellenden Gesundheitszustand. Auch wenn Persönlichkeitseigenschaften für die Selbsteinschätzung hier eine wichtige Rolle spielen, weist dieser Wert auf die zentrale Bedeutung der körperlichen und seelischen Gesundheit für unser Wohlbefinden hin.

Auf Platz zwei der Glücksbringer steht die Partnerschaft. Wer in einer festen Beziehung steht oder verheiratet ist, kann sich demnach ebenfalls glücklich schätzen. Im Mittel wirkt sich eine feste Partnerschaft mit zirka 0,3, eine Ehe sogar mit 0,4 Punkten aus.

Dass neben der Gesundheit das Soziale die wesentlichste Bedingung für das Glück darstellt, unterstreicht der starke Einfluss des sozialen Umgangs mit Freunden und Bekannten. Wer sich in seiner Freizeit wöchentlich mit anderen trifft, ist allein deshalb um mehr als 0,2 Punkte zufriedener als Menschen, die nur selten sozialen Kontakt pflegen.

Weniger bedeutsam, aber dennoch signifikant ist der Effekt einer regelmäßigen sportlichen Aktivität, und auch das eigene Zuhause hat einen messbaren Effekt: Beides erhöht die Lebenszufriedenheit um rund 0,1 Punkte. Geld leistet ebenso einen wesentlichen Beitrag zu unserem Wohlbefinden: einerseits indirekt, denn man kann sich Gesundheitsleistungen oder das Eigenheim kaufen – und kauft damit Glück.

Andererseits gibt es auch den direkten Effekt, wenngleich eine Gehaltserhöhung um 250 Euro netto im Schnitt mit lediglich 0,05 Punkten vergleichsweise gering zu Buche schlägt. Ähnlich viel Zufriedenheit stiftet eine selbstbestimmte Tätigkeit in Form einer Selbstständigkeit oder einer Führungsposition.

Schließlich trägt auch die Beschäftigung mit kulturellen oder religiösen Inhalten zur Zufriedenheit bei: Wer regelmäßig kulturelle oder religiöse Veranstaltungen besucht, darf sich hierdurch einen gewissen Zufriedenheitseffekt erhoffen, wenngleich dieser mit jeweils 0,04 Punkten relativ gering ausfällt.

Die Glückshemmnisse

Den Glücksbringern haben wir zehn Glückshemmnisse gegenübergestellt. Analog zu den positiven Effekten einer besonders guten Gesundheit steht Krankheit an erster Stelle der Faktoren, die unsere Zufriedenheit senken. Wer sich selbst eine schlechte Gesundheit zuschreibt, ist allein aus diesem Grund um mehr als 1,4 Punkte unzufriedener.

An zweiter Stelle steht der Tod des Partners. Bleibt eine verwitwete Person alleinstehend, mindert der Verlust des Partners die eigene Zufriedenheit im Mittel um 0,6 Punkte, wobei der Effekt unmittelbar nach dem Tod am stärksten ausfällt und im Zeitablauf langsam abnimmt. Ähnlich drastisch, wenn auch etwas schwächer wirkt sich Arbeitslosigkeit aus: Knapp 0,5 Zufriedenheitspunkte büßen Personen durchschnittlich ein, sollte der Arbeitsplatz verloren gehen, und dies ohne Berücksichtigung der damit einhergehenden Einkommenseinbußen.

Damit erscheint die Arbeitslosigkeit auf individueller Ebene schwerwiegender zu sein als etwa eine Scheidung, die ebenfalls zu deutlichen Glückseinbußen führt. Die Trennung vom Partner senkt die Lebenszufriedenheit gegenüber einer intakten Partnerschaft um immerhin knapp 0,3 Punkte – ein Effekt, der in etwa vergleichbar ist mit einer sozial und kulturell zurückgezogenen Lebensführung: Wer sich selten oder nie mit Freunden und Bekannten trifft und auch sonst nicht am kulturellen Leben teilnimmt, ist aufgrund dessen sogar um etwas mehr als 0,3 Punkte unzufriedener.

Eine erstaunliche Wirkung besitzt auch das Alter. Ein hohes Alter strahlt grundsätzlich positiv auf die Zufriedenheit aus, am unzufriedensten sind Menschen in den mittleren Jahren. Zwischen 40 und 50 Jahre alt zu sein ist gleichbedeutend mit einer um rund 0,2 Punkte niedrigeren Lebenszufriedenheit gegenüber der Altersphase zwischen 20 und 30. Auch eine Behinderung senkt erwartungsgemäß die Lebenszufriedenheit. Wirkt sich die Einschränkung jedoch nicht auf das allgemeine Gesundheitsempfinden aus, fällt der Effekt mit 0,1 Punkten relativ gering aus.

Blickt man weiterhin auf die potenziellen ökonomischen Glückshemmnisse, zeigt sich, dass der Verlust von Geld die Zufriedenheit stärker senkt, als der Zuwachs von Einkommen die Zufriedenheit erhöht. Aber auch wenn das eigene Einkommen auf Dauer konstant bleibt, kann dies mittelfristig zu einer deutlich geringeren Lebenszufriedenheit führen, nämlich dann, wenn das allgemeine Einkommensniveau weiter ansteigt. Wächst die Kaufkraft aller anderen um fünf Prozent, führt dies im Mittel zu einer Reduktion der eigenen Zufriedenheit um immerhin 0,03 Punkte.

Schließlich hat auch der tägliche Weg zum Arbeitsplatz eine glückshemmende Wirkung: Eine um zehn Kilometer längere Wegstrecke lässt die Lebenszufriedenheit um etwa 0,03 Punkte sinken.