Glücksatlas 2011: Die Lebenszufriedenheit der Deutschen

Unser Lebensstandard wächst seit über 60 Jahren stetig. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf hat sich seither vervielfacht. Aber wie steht es um unsere Lebenszufriedenheit? Hat sie genauso zugenommen? Offensichtlich nicht. Das BIP vermag das Wohlbefinden in Deutschland nur unzureichend zu messen. Doch wie zufrieden oder unzufrieden sind die Deutschen wirklich? Welche Bereiche sind für das Glück wichtig, was sind die Glückshemmer?

So viel ist sicher: Wir werden nicht glücklicher, indem wir einfach mehr produzieren und mehr verdienen. Die Glücksforschung ist dabei, Politik und Gesetzgebung zu revolutionieren, wie der britische Ökonom Professor Andrew J. Oswald in der Einleitung zum Glücksatlas Deutschland 2011 beschreibt.

Denn die Glücksforschung kann zeigen, welcher Glückswert den Dingen zukommt, sowohl solchen, die mit dem Einkommen zu tun, haben als auch solchen, die nicht finanzieller Natur sind wie etwa Familie und Freunde oder die Mentalität oder das Alter. Arbeitslosigkeit, eine schwere Krankheit oder der Tod eines nahestehenden Menschen schlagen sich schwer auf die Lebenszufriedenheit nieder. Andererseits erhöhen ein gutes Einkommen und eine intakte Beziehung die Chancen auf überdurchschnittliches Glück deutlich.

Doch wie sehen alle diese Faktoren konkret in Deutschland aus? Wo stehen wir in Sachen Glück? Der Glücksatlas Deutschland 2011 präsentiert die erste umfassende Bestandsaufnahme zum Lebensglück der Deutschen: Wo und wie lebt es sich am glücklichsten in Deutschland? Sind die Berliner zufriedener als die Hamburger? Sind Frauen zufriedener als Männer? Welche Rolle spielt das Alter, welche die Mentalität? Welchen Einfluss haben Geld, Gesundheit, Arbeit, Familie, Bildung, Kultur usw.?

Um die Lebenszufriedenheit der Deutschen umfassend zu vermessen, haben Professor Bernd Raffelhüschen und sein Team Datensätze des Sozio-oekonomischen Panels herangezogen und mit verschiedenen Analysemethoden den Zusammenhang von einzelnen Faktoren, wie etwa Gesundheit oder Alter, auf die Lebenszufriedenheit berechnet. Teilweise konnten die SOEP-Daten durch eine Allensbach-Umfrage vom Frühjahr 2011 aktualisiert werden. Wo es möglich war, wurden die Ergebnisse für 19 deutsche Regionen spezifiziert.

Die Autoren

Bernd Raffelhüschen (*1957) ist Professor für Finanzwissenschaft und Direktor des Forschungszentrums Generationenverträge an der Albert- Ludwigs-Universität Freiburg. Sein Forschungsschwerpunkt ist der demographische Wandel. Er arbeitete als Mitglied der Rürup-Kommission zur Rentenreform und erstellt für die Stiftung Marktwirtschaft regelmäßig die Generationenbilanz für Deutschland.

Bernd Raffelhüschen

Renate Köcher (*1952) studierte Volkswirtschaftslehre, Soziologie und Publizistik in Mainz und München. 1977 begann sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Allensbacher Institut für Demoskopie. Seit 1988 leitet sie, zunächst gemeinsam mit Elisabeth Noelle-Neumann, das Institut für Demoskopie Allensbach als Geschäftsführerin. Professor Renate Köcher ist Mitglied des Universitätsrats der Universität Mannheim.

 

Renate Köcher