Ergebnisse zum Sonderthema „Nachhaltigkeit und Lebenszufriedenheit in Deutschland“

Den Deutschen sind ökologische Aspekte im Lebensumfeld wichtig

Dem überwiegenden Teil der Deutschen sind ökologische Aspekte im persönlichen Lebensumfeld wichtig bis sehr wichtig. Allerdings liegt der Grad der Zufriedenheit hinter dieser Erwartung zurück – insbesondere was die Angebote im ÖPNV und die Radwege betrifft.

Wie wichtig sind Ihnen die folgenden ökologischen Aspekte des Lebens in Ihrem Wohnort und wie zufrieden sind Sie mit diesen?
  • Wichtigkeit
  • Zufriedenheit
 
 

91%

98%

Natur und Grün in der Umgebung

 
 

76%

93%

Geringe Luftverschmutzung

 
 

71%

84%

Niedrige Belastung
durch Lärm

 
 

56%

82%

Gute Angebote im öffentlichen Personennahverkehr und Radwege

Eine grünes Wohnumfeld ist wichtig – auch für Städter

Die Wichtigkeit des grünen Wohnumfelds ist über sämtliche Bildungsschichten hinweg sehr hoch. Wie erwartet sind Bewohner in ländlichen Gebieten hiermit glücklicher. Aber auch die „Städter“ sind mit 88% Zustimmung in puncto grünes Wohnumfeld überraschend zufrieden.

Grünes Wohnumfeld – Wichtigkeit und Zufriedenheit

  • Wichtigkeit
  • Zufriedenheit
Gesamt
Gesamt
98%
 
 
91%
 
 
Bildungsgrad
Bildungsgrad
(Fach) - Abitur, Hochschulreife
98%
 
 
 
 
91%
Mittlerer Bildungsabschluss
95%
 
 
 
 
89%
Volks- oder Hauptschulabschluss
99%
 
 
 
 
95%
Gemeindegrösse
Urbanität
Großstädte
97%
 
 
 
 
88%
Kleine-/ Mittelstädte
100%
 
 
 
 
97%
ländlich
99%
 
 
 
 
95%

Mehr zahlen für grüne Produkte? Nein danke!

Lediglich jeder Vierte ist bereit, deutlich mehr für ökologisch nachhaltig produzierte Lebensmittel auszugeben. Für ein Fahrzeug mit Elektroantrieb liegt die Mehrpreisakzeptanz sogar nur bei 7%.

Wären Sie bereit für folgende Dinge deutlich mehr zu bezahlen als sonst?

Mehrpreisakzeptanz für ökologische Produkte und Dienstleistungen

ökologisch nachhaltig produzierte Nahrungsmittel

24%

ökologisch nachhaltig produzierte Kleidung

14%

über aktuelle Vorschriften hinaus schadstoffarmes Auto

12%

besonders umweltschonende Urlaubsreise

11%

Umstellung des ÖPNV auf Elektrofahrzeuge

11%

Umstellung des innerstädtischen Lieferverkehrs auf Elektrofahrzeuge

8%

eigenes Fahrzeug mit
Elektroantrieb

7%

Müllvermeidung der wichtigste Hebel

96% der Deutschen sehen in der Vermeidung von Müll den wichtigsten persönlichen Beitrag im Bereich des umweltbewussten Lebens. Den Nachkommen eine intakte Natur zu hinterlassen ist in diesem Zusammenhang das übergeordnete Motiv (Zustimmung 96%). Im Bereich des eigenen Handelns, wie zum Beispiel für grüne Produkte mehr zu bezahlen, geht die Bereitschaft, einen Beitrag zu leisten, jedoch deutlich zurück.

Wie wichtig sind Ihnen folgende Aspekte im Bereich des Umweltbewusstseins?

Wichtigkeit des umweltbewussten Verhaltens

 

96%

 

96%

 

88%

 

78%

 

74%

 

68%

 

40%

Müll vermeiden, wo immer es möglich ist

Unseren Nachkommen eine intakte Natur hinterlassen

Regional produzierte Lebensmittel kaufen, auch wenn sie ggf. mehr kosten

Möglichst umweltfreundliche Lieferung von Waren

Kauf von Produkten, die möglichst vollständig recyclebar sind, auch wenn sie deutlich mehr kosten

Kauf von Lebensmitteln mit Siegeln, welche die ökologisch nachhaltige Produktion belegen, auch wenn sie deutlich mehr kosten

sich möglichst fleischlos oder fleischarm zu ernähren

Top of Mind in Sachen Umweltschutz: Elektromobilität

In der Förderung von energieeffizienten Fahrzeugen liegt aus Sicht der Befragten der wichtigste Hebel, wenn es darum geht, die Umwelt zu schonen. Dieser Aussage stimmen mit 63% knapp zwei Drittel zu. Geht es jedoch an den eigenen Geldbeutel, reagieren die Deutschen deutlich reservierter. So befürworten lediglich 30% höhere Parkgebühren in den Innenstädten, um die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel im ÖPNV zu fördern resp. zu erhöhen.

Wie stehen Sie zu den folgenden möglichen Maßnahmen, um die Umwelt zu schonen?

Meinungsbild zu möglichen Umweltschutzmaßnahmen*

Ich stimme zu

Ich stimme zu

Ich stimme nicht zu

Ich stimme nicht zu

Förderung energieeffizienter Fahrzeuge und stärkere finanzielle Belastung von weniger effizienten Fahrzeugen
63%
 
 
 
 
16%
Verschärfung der Lärmschutzvorschriften für den Straßenverkehr
60%
 
 
 
 
14%
Mehr Investitionen in Fahrradwege statt in Straßen
56%
 
 
 
 
16%
Fahrverbote für weniger umweltfreundliche Autos in großen Städten
53%
 
 
 
 
28%
Sperrung von Stadtzentren für den Lieferverkehr, außer für Elektrofahrzeuge
34%
 
 
 
 
43%
Höhere Parkgebühren in Innenstädten, um eine verstärkte Nutzung des ÖPNV zu fördern
30%
 
 
 
 
51%
*Hinweis: Abweichungen zu 100% basieren auf der Antwort: „Stimme weder noch zu“

Verantwortungsvolles Handeln? Auch Arbeitgeber stehen in der Pflicht.

54% der deutschen Erwerbstätigen legen auf das ökologische und gesellschaftliche Engagement ihres Arbeitgebers genauso viel Wert wie auf das Gehalt, mögliche Aufstiegschancen oder die Jobsicherheit.

Wichtigkeit des gesellschaftlichen Engagements von Arbeitgebern

Gegenüber anderen Kriterien - wie Gehalt, Aufstiegschancen oder Jobsicherheit - wäre mir ökologisches und gesellschaftliches Engagement meines neuen Arbeitgebers ...

 
 

54%
ebenso wichtig wie andere Kriterien

 
 

14%
wichtiger als andere Kriterien

 
 

15%
weniger wichtig als andere Kriterien

 
 

14%
spielt überhaupt keine Rolle

Hinweis: Die fehlenden 3% ergeben sich aus der Antwortkategorie „Keine Angabe“

Persönliches Engagement – Anspruch und Wirklichkeit klaffen auseinander

68% der Deutschen beurteilen das persönliche Engagement des Einzelnen als wichtig oder sehr wichtig. Allerdings leisten dagegen nur 23% einen sehr aktiven Beitrag im sozialen und ökologischen Bereich.

Für wie wichtig halten Sie es insgesamt, sich im Bereich gesellschafticher Verantwortung, also z.B. im sozialen oder ökologischen Bereich, persönlich zu engagieren bzw. einen Beitrag zu leisten? Und in welchem Maße tragen Sie persönlich zum Thema gesellschaftlicher Verantwortung bei?

Wichtigkeit vs. Aktivität im Bereich persönliches Engagement

  • Wichtigkeit persönliches Engagement
  • Eigener aktiver Beitrag im sozialen / ökologischen Bereich

sehr wichtig

sehr aktiv

weder noch

etwas aktiv

sehr unwichtig

gar nicht aktiv

Hinweis: Die fehlenden 2% resp. 1% ergeben sich aus der Antwortkategorie „weiß nicht“

Spenden – insbesondere für soziale Einrichtungen

Drei von vier Deutschen (73%) erklären, dass sie häufig oder gelegentlich spenden. Spendenfreudig zeigen sie sich vor allem im Sozialbereich, also für Bedürftige, Kranke oder Alte. Jeder Zweite gibt an, hierfür in der Vergangenheit gespendet zu haben. Regelmäßiges oder gar häufiges Spendenverhalten ist allerdings eher die Ausnahme.

In welchen Bereichen engagieren Sie sich über Spenden?

Engagement über Spenden

  • Spenden gelegentlich / selten hierfür
  • Gesamt
  • Spenden häufig / regelmäßig hierfür
  • Spenden deutschlandweit in mindestens einem Feld
 
49%

34%

15%

sozialer Bereich

 
41%

28%

13%

ökologischer Bereich

 
31%

22%

9%

Schule, Bildung, außerschulische Jugendarbeit

 
23%

19%

4%

Flüchtlingshilfe

 
25%

16%

9%

andere Bereiche

Deutlich Luft nach oben in puncto freiwilliges Engagement

Knapp zwei von drei Deutschen (63%) geben an, sich freiwillig mindestens in einem Feld (in der Vergangenheit) mehr oder weniger regelmäßig engagiert zu haben. Insbesondere im sozialen Bereich bringen sich die Deutschen ehrenamtlich ein (39%). Mit jeweils 30% folgen gleichauf Bildung/Schule/Jugendarbeit sowie Umwelt- und Naturschutz. Deutlich Luft nach oben hat jedoch die Frequenz und Kontinuität des freiwilligen Engagements.

In welchen Bereichen engagieren Sie sich freiwillig?

  • Engagiere mich gelegentlich / selten hierfür
  • Gesamt
  • Engagiere häufig / regelmäßig hierfür
  • Engagiere deutschlandweit in mindestens einem Feld

sozialer Bereich

39%

18%

21%

ökologischer Bereich

30%

11%

19%

Schule, Bildung, außerschulische Jugendarbeit

30%

15%

15%

Flüchtlingshilfe

17%

4%

13%

andere Bereiche

27%

13%

14%

„Gutes tun“ tut tatsächlich gut

Jeweils 73% derer, die sich ehrenamtlich oder ökologisch engagieren, empfinden ihre Tätigkeit als Bereicherung für ihr eigenes Leben – beim Thema Geld- und Sachspenden sind es immerhin noch 41%.

Haben Sie das Gefühl, dass Ihr Engagement in folgenden Bereichen Ihr Leben bereichert?

Engagement als Bereicherung des eigenen Lebens

 
 

73%
...der Umweltbewussten haben das Gefühl, dass es das eigene Leben bereichert, wenn sie sich umweltbewusst verhalten

 
 

73%
...der Ehrenamtlichen haben das Gefühl, dass ihr Engagement das eigene Leben bereichert

 
 

41%
...der Geld- / Sachspender haben das Gefühl, dass ihr Engagement das eigene Leben bereichert

Hochengagierte in der Minderheit

Die große Mehrheit der Deutschen (69%) liegt im Mittelfeld, wenn es um den Grad des sozialen und ökologischen Engagements geht. Lediglich 14% sind im hohen Maße, knapp jeder Fünfte dagegen kaum bis gar nicht engagiert.

Engagement-Typen* im sozial-ökologischen Bereich

Grundverteilung (in %). Typologie zum sozial-ökologischen Engagement.

 
 

14%
Hochengagiert

 
 

69%
Mainstream

 
 

17%
Nichtengagiert

*Herleitung der 3 Engagement-Typen über multivariate Verfahren entlang von insgesamt 20 Einstellungsitems zu sozial-ökologischen Themen

Persönliches Engagement beeinflusst die Lebenszufriedenheit

Menschen, die sich sozial oder ökologisch engagieren, sind nachweislich zufriedener mit ihrem Leben. So geben 39% der hochengagierten Deutschen an, sie wären in hohem Maße mit ihrem Leben zufrieden (Wert 9 oder 10 auf der Glücksskala von 0 bis 10). Bei der Gruppe der Nichtengagierten sind es dagegen nur 28%, die entsprechende Top-Bewertungen auf der elfstufigen Zufriedenheitsskala abgeben. Der Durchschnitt der Deutschen liegt hier bei 31%.

Grad der Lebenszufriedenheit nach Engagement-Typen*

Anteil der Personen, die eine 9 oder 10 auf der Zufriedenheitsskala von 0 bis 10 angegeben:

31%

Deutschland insgesamt

Top-Lebenszufriedenheiten nach 3 Engagement-Typen:

39%

Hochengagierte

30%

Mainstream

28%

Nichtengagierte

*Herleitung der 3 Engagement-Typen über multivariate Verfahren entlang von insgesamt 20 Einstellungsitems zu sozial-ökologischen Themen

Erkenntnisse der Studie

Basis: Repräsentative Erhebung von n=1.001 Befragten in Deutschland; durchgeführt von Kantar Emnid

Neben der allgemeinen Lebenszufriedenheit beschäftigt sich der Deutsche Post Glücksatlas 2017 mit dem Sonderthema „Nachhaltiges Engagement“. Wie wichtig ist verantwortungsvolles Handeln eigentlich für die Menschen in Deutschland, und wie sehr sind sie bereit, sich persönlich zu engagieren? Das Thema ist von großer gesellschaftlicher Bedeutung. So haben im September 2015 die Vereinten Nationen im Rahmen einer Agenda 2030 insgesamt 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung, die sogenannten „Sustainable Development Goals“, definiert.

Ökologie und soziales Engagement sind den Deutschen sehr wichtig. Über alle Bevölkerungsgruppen hinweg wird dem Aspekt „Natur und Grün in der Umgebung“ (98 %) eine hohe Bedeutung beigemessen. Dahinter steht das Anliegen, den Nachkommen eine intakte Natur zu hinterlassen (96 %), Müll zu vermeiden (96 %) sowie die Unterstützung regional und ökologisch produzierter Lebensmittel (87 %).





Wunsch und Wirklichkeit gehen allerdings deutlich auseinander, wenn es um das tatsächlich gelebte Engagement geht. So finden 68 % der Deutschen es zwar wichtig, im sozialen oder ökologischen Bereich einen eigenen Beitrag zu leisten. Dieser Anspruch wird allerdings nur begrenzt in die Tat umgesetzt: lediglich 23% geben an, sich in puncto nachhaltigem Engagement auch aktiv einzubringen. Drei von vier Deutschen erklären, dass sie häufig oder gelegentlich Geld spenden, und knapp zwei Drittel geben an, ehrenamtlich tätig zu sein. Das ist nicht wenig, in puncto Frequenz und Kontinuität jedoch deutlich ausbaubar. Denn Engagement lohnt sich auch für den Einzelnen; diejenigen die sich im sozialen oder ökologischen Bereich einbringen, haben das Gefühl, dass ihr persönliches Engagement das eigene Leben bereichert. Beim Thema Spenden ist dieser positive Effekt dagegen etwas geringer ausgeprägt. Dies deckt sich mit den Erkenntnissen der Glücksforschung, wonach monetäre Motivation weniger glücksbringend wirkt wie intrinsische.
Allgemein gilt: Diejenigen, die mit ihrem Leben ausgesprochen zufrieden sind, leisten wesentlich häufiger einen aktiven persönlichen Beitrag im sozialen, im ökologischen oder in einem anderen Bereich.