Ergebnisse zum Sonderthema „Arbeit und Mobilität“

Deutschland ist und bleibt ein Autoland – auch was den Weg zu Arbeit betrifft

Trotz der sich dramatisch zuspitzenden Verkehrssituation auf den Straßen fahren zwei von drei Deutschen mit dem Auto zur Arbeit. Damit liegt das Auto weit vor allen anderen Verkehrsmitteln. Mit 14 Prozent folgen an zweiter Stelle die öffentlichen Verkehrsmittel. Mit dem Fahrrad oder zu Fuß bestreiten jeweils weniger als 10 Prozent der Deutschen ihren Arbeitsweg.

Welche Verkehrsmittel nutzen Sie täglich für Ihren Weg zur Arbeit?

68%
9%
14%
8%
  • Auto
  • Öffentliche Verkehrsmittel
  • Fahrrad
  • Zu Fuß

Hinweis: die fehlenden 1% ergeben sich aus der Antwortkategorie „keine Angabe“
* Quelle: Statistisches Bundesamt 2018

Green Mobility – vor allem bei Jüngeren angesagt

63 Prozent der Deutschen finden nachhaltige Mobilitätsangebote gut. Bei den Jüngeren ist das Interesse noch größer – hier befürworten 76 Prozent Angebote wie Elektrofahrzeuge oder Sharing-Dienste.

Inwieweit begrüßen Sie neue Mobilitätsangebote wie Elektrofahrzeuge oder auch Sharing-Dienste?

„Nachhaltige Mobilitätsangebote finde ich grundsätzlich gut“
63%
76%
Alle Jüngere (16-24 Jahre)

Nachhaltige Mobilitätsangebote finden die Deutschen gut – nutzen sie aber (noch) wenig

Der positiven Haltung gegenüber grünen Mobilitätsangeboten steht eine deutlich geringere Nutzungsbereitschaft gegenüber. Die Ausnahme stellt das Elektroauto dar: 68 Prozent der Deutschen könnten sich vorstellen mit dem Elektroauto zur Arbeit zu fahren.

Inwieweit begrüßen Sie neue Mobilitätsangebote wie Elektrofahrzeuge oder auch Sharing-Dienste?

Elektroauto
68%
E-Bike
42%
Car-Sharing
33%
Elektroroller
30%
Bike-Sharing
14%
eScooter-Sharing
11%

Hinweis: einige der oben erwähnten Sharing-Dienste werden in ländlichen Regionen noch nicht angeboten, was sich tendenziell negativ auf die potentielle Nutzungsbereitschaft auswirkt.

Langes Pendeln wirkt sich negativ aus

Mehr als die Hälfte der Deutschen sind zufrieden mit ihrem Arbeitsweg. Kurze Arbeitswege wirken sich positiv, lange Wege (40 Minuten und länger) dagegen negativ auf die Beurteilung des Arbeitsweges aus.

Wie lang ist ihr einfacher Weg von und zur Arbeit und wie beurteilen Sie diesen?
Zustimmung zu Aussagen in %

„Positive Beurteilung des Arbeitsweg insgesamt“
0-20 min
20-40 min
40+ min
Dauer des Arbeitswegs
„Ich genieße den Weg zur Arbeit“
0-20 min
20-40 min
40+ min
Dauer des Arbeitswegs
„Der Weg zur Arbeit ist verlorene Zeit“
0-20 min
20-40 min
40+ min
Dauer des Arbeitswegs
„Der Weg zur Arbeit ist stressig“
0-20 min
20-40 min
40+ min
Dauer des Arbeitswegs

Langes Pendeln verringert die Lebensqualität

Kurze Arbeitswege wirken sich positiv, lange Wege (40 Minuten und länger) dagegen negativ auf die Lebensqualität aus.

Zustimmung zur Aussage: Mein Arbeitsweg wirkt sich eher / in jedem Fall negativ auf meine Lebensqualität aus.

Dauer Arbeitsweg
kurz 0-20 min
5%
mittel 21-40 min
28%
lang 40+ min
54%

Langes Pendeln macht unzufrieden

Die Dauer des Pendelns wirkt sich sowohl negativ auf die Arbeits- als auch auf die Lebenszufriedenheit aus. Verständlich, wenn man die sich immer weiter zuspitzende Verkehrssituation der letzten 15 Jahre insbesondere in deutschen Städten berücksichtigt.

Auswirkungen der Dauer des Pendelns auf Arbeits- und Lebenszufriedenheit?

Arbeitszufriedenheit*
32%
33%
24%
Dauer Arbeitsweg
0-20 min 21-40 min 40+ min
Lebenszufriedenheit*
42%
40%
35%
Dauer Arbeitsweg
0-20 min 21-40 min 40+ min

* Anteil der Top-Zufriedenen (9 oder 10 auf der Skala von 0-10) in Prozent

Homeoffice als Alternative zum Pendeln – für ein Viertel der Deutschen bereits Realität

Es besteht noch Potential in puncto Homeoffice-Nutzung in Deutschland. 26% der Deutschen arbeiten zumindest ab und zu mobil von daheim. Von den Homeoffice-Nutzern arbeitet gut ein Drittel jeden Tag von zu Hause aus. 74 Prozent haben hingegen noch nie im Homeoffice gearbeitet.

Arbeiten Sie im Homeoffice? Und wenn ja, wie häufig?

Zugangsbarrieren zum Homeoffice eher intrinsischer Natur

Als wesentlichen Grund gegen das Homeoffice sehen 70 Prozent die bewusste Trennung zwischen Beruf und Privatleben. Interessanterweise scheitert das Homeoffice eher selten am Arbeitgeber. Lediglich 30 Prozent der Befragten geben an, dass der Arbeitgeber dies nicht erlauben würde.

Woran liegt es, dass Sie nicht zumindest ab und zu von zu Hause arbeiten?
Basis: Nicht-Nutzer Homeoffice

Intrinsische Zugangsbarrieren Homeoffice

70%
Ich möchte Beruf & Privates trennen
62%
Sozialer Austausch mit Kollegen zu gering / nicht möglich
58%
Digitale Kommunikationsmittel ersetzen persönlichen Austausch nicht

Einschränkung Homeoffice-Nutzung durch den Arbeitgeber

30%
Arbeitgeber erlaubt es nicht
30%
Die nötige Ausrüstung fehlt
8%
Hemmungen, vom Angebot Gebrauch zu machen

Hohe Wertschätzung des Homeoffice durch Nutzer

86 Prozent der Homeoffice-Nutzer schätzen vor allem die flexible Zeiteinteilung durch das Homeoffice. Arbeiten im Homeoffice verbessert zudem die wahrgenommene Produktivität. Zwei von drei Befragten geben an, beim mobilen Arbeiten von zuhause produktiver zu sein.

Wie bewerten Sie das mobile Arbeiten von zu Hause?
Basis: Homeoffice-Nutzer

Arbeitsatmosphäre im Homeoffice

74%
„Die Arbeitsatmosphäre ist entspannter“
65%
„Ich bin produktiver“

Produktivität im Homeoffice

86%
„Ich kann meine Arbeitszeit flexibler einteilen“
84%
„Digitale Kommunikationsmittel ermöglichen trotz räumlicher Distanz guten Austausch mit Kollegen“

Trennung von Privatleben und Beruf weiterhin ein entscheidender Faktor

Die Beurteilung der Arbeit im Homeoffice hängt vor allem von der Frage der Trennung zwischen Beruf und Privatleben ab. Interessant ist dabei die Gegenüberstellung der Hauptgründe für und gegen das Homeoffice; die Kerngründe gegen die Arbeit im Homeoffice der Nicht-Nutzer stellen gleichzeitig die Hauptvorteile aus Sicht der Nutzer dar.

Worin liegen die Vorteile des Homeoffice (Nutzer Homeoffice)?

Woran liegt es, dass Sie nicht von zu Hause arbeiten (Nicht-Nutzer Homeoffice)?

Hauptgründe gegen Homeoffice von Nicht-Nutzern
Beurteilung Homeoffice von Nutzern
70%
80%
„Privates / Beruf trennen“
„Privates / Beruf unter einen Hut bekommen“
62%
44%
„Sozialer Austausch mit Kollegen fehlt im Home Office“
„Sozialer Austausch mit Kollegen fehlt manchmal“
58%
84%
„Digitale Kommunikationsmittel können den Austausch mit Kollegen nicht ersetzen“
„Digitale Kommunikationsmittel sorgen für guten Austausch mit Kollegen“

Homeoffice-Nutzer sind zufriedener mit ihrem Leben und der Arbeit

Arbeitnehmer, die regelmäßig im Homeoffice arbeiten sind insgesamt zufriedener mit ihrer Arbeits- und Lebenssituation. Zudem geben 84 Prozent der Homeoffice-Nutzer an, dass dieses Arbeitsmodell sich positiv auf die eigene Lebensqualität auswirkt

Auswirkungen der Arbeit im Homeoffice auf die Arbeits- und Lebenszufriedenheit

Arbeitszufriedenheit
38%
30%
Lebenszufriedenheit
45%
40%

Digitalisierung bei der Arbeit nach wie vor „top of mind“

Für fast jeden Arbeitnehmer in Deutschland (93%) spielt die Digitalisierung eine Rolle im Berufsalltag. 57 Prozent geben zudem an, dass die Digitalisierung zu einer Erleichterung der eigenen Arbeit beiträgt.

Welche Rolle spielt die Digitalisierung in Ihrem persönlichen Berufsleben?

93%
„Die Digitalisierung spielt im Berufsleben nach wie vor eine kleine bis große Rolle“

Hat die Digitalisierung ihren Berufsalltag bisher eher erleichtert oder erschwert oder weder noch?

57%
„Ich finde, dass die Digitalisierung eine Erleichterung bei der Arbeit ist“

Potenzial in Sachen digitaler Devices

Deutlich weniger als die Hälfte der Arbeitnehmer in Deutschland erhält vom Arbeitgeber Geräte, die es überhaupt ermöglichen, mobil z.B. von zu Hause aus zu arbeiten. In puncto Ausstattung mit mobilen devices ist also definitiv noch Potential zu erkennen.

Stellt Ihnen Ihr Arbeitgeber folgende Geräte für die Ausübung ihres Berufes zur Verfügung?
Wenn ja, welche?

Zugriff Firmennetzwerk
41%
Laptops
37%
Mobiltelefone
35%
Headset
22%

Basis: Alle berufstätigen Befragten

Erkenntnisse der Studie

Hintergrund

Das diesjährige Schwerpunktthema lautet „Arbeit und Mobilität“. Hierbei beschäftigt sich der Glücksatlas unter anderem mit der Frage, inwieweit sich das tägliche Pendeln von Berufstätigen auf deren Arbeits- und Lebenszufriedenheit auswirkt. Im Zuge stetig wachsender Pendlerzahlen von mittlerweile rund 60% sowie des dramatisch gestiegenen Verkehrsaufkommens – insbesondere in Städten – ist dieses Thema von hoher gesellschaftlicher Bedeutung. In diesem Zusammenhang stellt sich auch die Frage nach der Akzeptanz gegenüber umweltfreundlichen Mobilitätsangeboten in Deutschland. Zudem beschäftigt sich der Glücksatlas im Rahmen des Sonderthemas mit alternativen Formen der Arbeitsplatzgestaltung – wie beispielsweise dem sogenannten Homeoffice.

Zu den Ergebnissen

Die florierende Wirtschaft in Deutschland wird von einer Zunahme des Berufsverkehrs begleitet. Die Pendelzeiten werden länger. Während der Großteil der Berufstätigen nur kurze Strecken pendelt und im Großen und Ganzen mit dem Arbeitsweg zufrieden ist, leiden die Langstreckenpendler deutlich. 54 Prozent von ihnen sagen, dass sich das Pendeln negativ auf ihre Lebensqualität auswirkt. Nur 35 Prozent bewerten ihre Lebenszufriedenheit mit den Top-Werten 9 oder 10 (auf einer Skala von 0 bis 10). Von allen Berufstätigen tun das immerhin 42 Prozent.

Abhilfe könnte die Arbeit von zuhause schaffen. Knapp 26 Prozent der Erwerbstätigen arbeiten täglich oder gelegentlich im Homeoffice. Von den Nicht-Nutzern des Homeoffice geben 70 Prozent an, dass sie Beruf und Privates trennen wollen und 62 Prozent fehlt der soziale Austausch. An unwilligen Arbeitgebern oder misstrauischen Kollegen liegt ihre Weigerung eher selten.

Dagegen schätzen Homeoffice-Nutzer vor allem die hohe Flexibilität. 86 Prozent meinen, zu Hause könnten sie sich ihre Arbeitszeit besser einteilen und 80 Prozent sind der Auffassung, dass sie Privates und Berufliches besser unter einen Hut bekommen. Knapp zwei Drittel sagen, sie seien zu Hause produktiver als im Büro. 38 Prozent der Homeoffice-Nutzer bewerten ihre Arbeitszufriedenheit mit den Spitzenwerten 9 oder 10. Bei denjenigen, die das nicht tun, sind es nur 30 Prozent. Zudem zeigt sich, dass das mobile Arbeiten im Homeoffice sich positiv auf die eigene Lebensqualität auswirkt.